Dienstag, 23. April 2013

No Make up downstairs


 Make up? Bis in die goldenen 20er hinein war das ein Marker für leichte Mädchen, gefallene Engel und absolut keine gute Gesellschaft. Rouge trugen nur Prostituierte und unmoralische Frauen ohne Ehre und - meistens auch - ohne hohes Einkommen. Sowohl upstairs und downstairs waren unnatürliche Rötungen jedweder Art verpönt - ich merke gerade, dass sich Herr Wombat da sehr sehr wohl gefühlt hätte ;)

Doch auch wenn man damals eher mit Hausmittelchen, selbst angerührten Peelings auf Haferflockenbasis mit Honig und Ei und dem guten alten "in die Wange kneifen" und "auf die Lippen beißen" nachgeholfen hat, kommt eine Serie mit ästhetischem Anspruch wie Downton Abbey nicht ohne Make up aus. Hier muss man aber zwischen den reichen Crawley-Damen und den Dienerinnen unterscheiden.

Generell sind mir die downstairs-Frauen sympathischer, einfach weil ich selbst ein lower class-Mädchen bin, denke ich. Da wären beispielsweise Anna (Joanne Froggatt), ein Dienstmädchen, welche aber auch zeitweise als Zofe für Mary agiert und zwar zunächst unscheinbar, aber doch herzensgut wirkt. Oder auch Daisy, welche herrlich naiv von Sophie McShera gespielt wird, und laut McShera als Hilfsköchin und Mädchen für die Arbeiten, die nicht vor der Nase der Herrschaften passieren dürfen, vom Status in Downton her am tiefsten steht. Allen gemein ist die wenige Zeit, die sie für sich selbst und somit auch für Kosmetik hatten. 

Wie also sieht der downstairs-Look aus?

Sommersprossen sind sichtbar, Poren auch ;)
Dazu gibt es *hier* eine schöne Zusammenfassung von Joanne Froggatt selbst. Und ich habe versucht ihn mit meinen Mitteln nachzumachen.

 
Die Augenringe zeugen vom anstrengenden Dienstmädchenleben... ;)

Er besteht eigentlich nur aus einer leichten Foundation, die nicht abgepudert wird und ein wenig Konturierung. Blush ist, wie oben schon erwähnt, nicht drin. Da meine Augenbrauen durch meine Haarfärberei ein wenig zu blass sind, habe ich sie mit farbigen Augenbrauengel aufgefüllt. Die Lider bleiben nackig. Damit meine Augen nicht komplett untergehen, habe ich meine Wimpern mit der Wimpernzange bearbeitet und wenig braune Mascara aufgetragen. Das war's. 

Ein ungewöhnlicher Look, vor allem, weil heutzutage ja gerne entweder der Mund oder die Augen betont werden. Aber wenn man bedenkt, dass die Hausmädchen damals GAR kein Make up hatten und mit Augenringen und Unreinheiten nun mal leben mussten, dann bin ich einfach mal dankbar.



Auch wenn dieses No Make up-Make up im Alltag sehr angenehm ist, denn man ist ratzfatz fertig, aber nicht nackig, kostete es doch etwas Überwindung. Ich bin in den letzten Tagen oft so und mit zusätzlich hoch gesteckten Haaren rumgelaufen, und Leute, irgendwann hab selbst ich bemerkt, wie liberating es ist! *lach* Trotzdem freue ich mich schon auf den 20er-Look, der noch kommt ;)

Seid ihr Pro oder Kontra No Make up-Make up? Haltet ihr das für sinnvoll oder sollte man es dann gleich lassen?

Liebe Grüße
Wombattante

PS: Ich habe auf den Fotos in diesem Post meine Labret-Narbe wegretuschiert, wirkte meiner Meinung authentischer ;)



Kommentare:

  1. toller Post und die Umsetzung gefällt mir gut.
    Ich beneide dich um deine Haut!

    Und ich bin gespannt auf den 20er-Look und was sonst noch kommt :D

    Liebe Grüße, Caro

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    1. Dankeschön!

      Meine Haut... nee, die möchtest du nicht haben ;) Jahrelang furchtbare Probleme mit Hautunreinheiten und so hell, dass ich an schlechten Tagen wie ein Geist aussehe.

      Liebe Grüße
      Caro

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