Mittwoch, 24. April 2013

Faux Bobs and Hairpieces



Haare waren Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eine interessante Sache, also meiner Meinung nach jedenfalls ;)

Ich bin ja eher jemand, der die Haare im Zweifelsfall gerne offen trägt, damals jedoch war das nur jungen Mädchen vorbehalten. Sobald frau ins gesellschafts- und heiratsfähige Alter kam, wurde alles, was man auf dem Kopf hatte, hochgesteckt. Ein paar Löckchen durften, je nach Status, ins Gesicht fallen, aber das einfache Dienstmädchen versuchte seine Haare so gut wie möglich unter einer Haube wegzustecken, um sie vorm Verschmutzen zu bewahren.

In den upper classes hatten die Damen eine lady's maid, welche ihr die Haare - natürlich immer nach der neuesten Mode - zurecht machte. Interessant ist hier, dass jedes einzelne Haar zählte: Was in der Bürste hängen blieb, wurde gesammelt, zusammengedreht und als Duttkissen oder Volumenhaarteil wiederverwendet. 

Gelockt wurden die Haare mit Lockeneisen, die im Feuer oder über dem Herd angewärmt wurden (um 1918 kamen die ersten elektrischen Curling Irons auf den Markt)... wer schon einmal Betty und ihre Schwestern (OT: Little Women) gesehen hat, weiß, wie gefährlich das sein kann. Gut für die Haare erscheint es mir jedenfalls nicht ;) Haarpflege an sich, in Form von Waschen mit einem Stück Seife oder manchmal Kokosöl, fand bei den reicheren Damen ein- bis zweimal im Monat statt. Haarbutter oder irgendwelche Leave-in-Produkte wurden nicht benötigt, denn die berühmten 100 Bürstenstriche jeden Abend versorgten die Haare mit dem nötigen Fett.

Ich habe einige Anleitungen für "Downton Abbey Haar" gefunden: So zum Beispiel *hier*. Den meisten Anleitungen gemein sind leider zwei Voraussetzungen: Dickes Haupthaar (alternativ gesammelte Bürstenhaare) und ein Lockenstab.

Hab ich beides nicht. Deshalb sehen meine Frisuren etwas dürftig aus. Ich bitte euch, es mir nachzusehen. 

 
Eingedrehter Zopf
Alles einfach irgendwie eingeschlagen und festgesteckt
Die Frisur aus dem oberen Link an meinem fusseligdünnem Haupthaar
 
Noch einmal in der Halbseitenansicht

Angestellte in einem großen Haus wie Downton hatten natürlich wenig Zeit für großartige Flechtereien. Sie griffen auch mal auf einen alten Bekannten zurück:

 
Den Dutt (oder Gaksch, wie meine Oma ihn nennt)
Mit dem Wandel in Folge des Ersten Weltkrieges und den Bestrebungen der Frauen gleiche Rechte wie die Männer eingeräumt zu bekommen, änderten sich auch die Haarvorlieben. Der Bob und, in gehobeneren Schichten oder bei Frauen, die den krassen Schritt nicht sofort gehen wollten, der Faux Bob, waren auf dem Vormarsch. Ich habe euch zwei Anleitungen zum Faux Bob herausgesucht (*hier* und *hier*). Beide habe ich probiert und feststellen müssen, dass mir sowas nicht steht ;) bzw. dass meine Haare auch hier zu fein sind. 



Vor allem die (Faux) Bobs wurden mit Locken oder in den 20ern dann Fingerwellen (sogenannten Marcel Waves) aufgepeppt, hierzulande auch als Wasserwellen bekannt. Das ist das Einzige, was ich noch nicht ausprobiert habe... noch nicht. Wir werden sehen.

Übrigens hat mir die Themenwoche vor allem in diesem Punkt die Augen geöffnet und unheimlich viel Spass gemacht. Ich trage sonst meine Haare, wie oben schon erwähnt, nur offen oder im Pferdeschwanz. Das wird sich jetzt jedoch ändern, da es so tolle Anleitungen im Netz gibt und man nur ein wenig Zeit und Geduld braucht. 

Probiert ihr manchmal Frisuren aus? Seid ihr, was Haare angeht, experimentierfreudig?

Liebe Grüße
Wombattante
  

PS: Interessante Seiten, die zum Teil meine Quellen waren, verlinke ich euch *hier* und *hier*






Kommentare:

  1. Wie? Dürftig aussehende Frisuren?!
    Aber so was von gar nicht!
    Sehr hübsch =)

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    1. Danke danke *rotwerd*
      Du hast mich halt nicht mit den dünnen Zöpfchen kämpfen sehen. Im Vergleich zu den Zöpfen in der Anleitung war das echt ernüchternd ;)

      Liebe Grüße

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    2. Ach, die mogeln doch eh alle ;)

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  2. wiedermal so schön geschrieben und deine Frisuren sehen toll aus!
    Und ich wusste es, ich hatte anfangs schon überlegt, ob du das im Themenwochen-Header bist ^_^
    Ich habe das Gefühl der Bob mach dich älter

    Ich experimentiere selten, bei mir gibts eigentlich auch nur offen oder Pferdeschwanz. Selten flechte ich Strähnen an der Seite oder kordel sie.

    Liebste Grüße :)

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    1. Ich freu mich, dass es dir gefällt!

      Tja, der Bob macht mich nicht nur älter... ich finde, er macht mich alt *lach* Es gibt einige Leute in meinem Umfeld, die meinen, ich würde mit kürzeren Haaren besser aussehen. I have to disagree, sag ich da nur ;)

      Hochstecken war mir auch immer viel zu anstrengend, aber wie gesagt, das Internet ist da ein Freund und Helfer. Wenn du möchtest, können wir das nächste Treffen mal wieder etwas häuslicher gestalten und ich probiere mal ein paar der Frisuren an dir aus :)

      Liebe Grüße zurück

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    2. Du darfst sehr gern Frisuren an mir ausprobieren :)
      Und treffen "müssen" wir uns ja eh bald, das Päckchen von KoKo ist angekommen ;)

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  3. Kannst du bitte meine persönliche Friseuse werden? Danke! Ich will auch gedreht und geflochten und hochgesteckt. Aber ich bin zu faul, bzw. kein Morgenmensch als das ich extra eine halbe Stunde eher aufstehe um mir an den Haaren zu fummeln.

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