Samstag, 26. Januar 2013

Inspiriert: Mein Blog und ich - wer darf das wissen?

 Disclaimer: Dieser Post liegt schon etwas länger in meinen Entwürfen. Man sehe es mir also bitte nach, dass ich bei der Montagsfrage nicht mehr up to date bin. Zur Sponsoring und Co. kann ich eh nichts sagen, außer dass ich als Leser Transparenz schätze. 

Diana, die den schönen Blog *I need sunshine* führt, hat sein einiger Zeit die Montagsfrage (*hier* geht's zu aktuellen Montagsfrage) eingeführt, bei der sich alles um's bloggen und Bloggererfahrungen an sich dreht. Ich bin erst vor kurzem auf das alles aufmerksam geworden und hab mich daraufhin ein bisschen mehr damit beschäftigt. Was mir besonders aufgefallen ist, neben den gut durchdachten Fragen, ist die tolle Art Dianas, die Ergebnisse aufzuarbeiten. Das liest sich spannend und erlaubt auch mal eine fast schon akademische Analyse der ganzen Bewegung.

Die Frage, mit der ich mich heute beschäftige, ist schon etwas älter, aber für mich war sie immer mit einer Art Tabu belegt.


Ich rede nicht oder, wenn es nicht anders geht, kaum über meinen Blog. Punkt. 

Um das zu erklären, muss ich wohl weiter ausholen. Vor mehr als vier Jahren habe ich begonnen, Schminkvideos auf youtube zu gucken, vornehmlich die von xkarenina. Dieser Frau verdanke ich so viel, dass es eigentlich schändlich ist, wie selten ich sie bisher erwähnt habe. Sie hat mir Tricks gezeigt, die ich heute noch gerne anwende und mich dazu ermutigt, das Beste aus meinem Typ herauszuholen. Aber irgendwie entwickelte sie sich immer weiter in Richtung High End, während ich damals eine Phase mit zwei Jobs, einem Ehrenamt, Studium und viel Monat am Ende des Geldes hatte. Auf der Suche nach bezahlbaren Alternativen fing ich an, Blogs zu lesen. Das tu ich mittlerweile lieber, als Videos gucken, da ich das Gefühl habe, bei youtube On-Screen-Personas zu sehen, Schauspielerinnen. Ich habe absolut nichts gegen Vlogger, ich arbeite selber auch supergerne mit Filmtechniken - außerhalb des Blogs, aber die Schreibe eines Menschen kommt mir meist authentischer vor. Ich merke schon, zu dem Thema ist ein gesonderter Post fällig.

Ich selbst fand meine Schminktechniken immer recht unspektakulär (waren bzw. sind sie auch heute noch) und habe deshalb meinen Blog als Film- und Krimskramsblog gestartet. "Wer bin ich denn schon, dass ich meine 08 15 - Amus ins Netz stelle?" War der Gedanke dahinter. Nach ein paar Monaten merkte ich aber, dass ich das mit dem "über Schminke"-bloggen auch mal versuchen wollte... und habs einfach mal ausprobiert. Auch wenn mich der erste Upload eines Bildes von mir selbst vor eine krasse seelische Herausforderung gestellt hat, "wird mich jemand auslachen??". Schon allein deshalb, und weil in meiner Familie, d.h. speziell bei meiner Mutter, Schminke nie eine große Rolle gespielt hat, käme ich mir blöd vor, wenn die merken: Die nutzt einen gar nicht mal so kleinen Teil ihrer Freizeit, um der Konsumkultur und dem fröhlichen, oberflächlichen Sich-selbst-bepinseln zu frönen. Irgendwie ist mir das peinlich.

Nur meine beste Freundin, mein Freund und mein ehemaliger Mitbewohner wissen - als nicht wirklich an Beauty interessierte Menschen - von meinem Blog. Für mich ist das hier eine Austauschplattform mit Gleichgesinnten, eine Art der Entspannung, die nebenbei noch Fotografie und Schmink skills ;) schult. Genau die zwei Dinge stehen im Vordergrund. Deswegen gibt es hier keine Previews oder ähnliches. Meine Einkäufe zeige ich auch seltenst, erstens, aus Selbstschutz ;), zweitens, weil ich dann meistens die selben Dinge wie alle zeige, Gehyptes, Dauerbrenner, Drogerieware eben, und drittens, weil ich nicht alles ins Netz stellen muss, nur um einen Post zu haben, wo sonst Leere wäre. Bloggen ist mein kleines Refugium, welches ich gerne mit so tollen Schminkverrückten wie Caro, Mo und Ma oder Ina teile, was aber dennoch nicht im Vordergrund meines Lebens steht. Hence the alleged secrecy, the limited number of posts etc pp.

Jo, das war mein Senf dazu. Wer möchte, kann gerne kommentieren, ergänzen, kritisieren, philosophieren ;)

Liebe Grüße
die Wombattante





 

Kommentare:

  1. oh, danke für die erwähnung!
    interessanter post. ich kann das nachvollziehen. ich gehe auch nicht offen damit rum und erzähle es einfach, ohne, dass ich in irgendeiner weise gefragt werde. die wichtigsten menschen wissen es, und das reicht auch =)

    für mich ist es ein schönes hobby und entspannung, posts zu machen oder mich durch blogs zu lesen.

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    1. Genauso geht es mir auch: Blogs lesen entspannt ungemein :)

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

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  2. "Die nutzt einen gar nicht mal so kleinen Teil ihrer Freizeit, um der Konsumkultur und dem fröhlichen, oberflächlichen Sich-selbst-bepinseln zu frönen. "
    sehr schön gesagt! Das ist auch der Grund, warum ich nicht in jedem erzähle, dass ich einen Blog habe. Mein Eltern + Schwester wissen es, mein Freund natürlich, ein Arbeitskollege auch. Sonst glaube ich niemand, wobei ich nicht sicher bin, wie es bei den Eltern von meinem Freund aussieht.
    ich schäme mich zwar nicht direkt dafür, trotzdem glaube ich, dass viele doch mit vorurteilen oder zumindest seltsam reagieren würden.
    Ich bin aber schon irgendwie stolz auf meinen Blog und habe Spaß an meinem Hobby. ich habe auch das Gefühl, dass sich die Qualität meines Blogs in letzter Zeit etwas gebessert hat (ich will hier nicht eingebildet rüberkommen oder fishing for compliments betreiben), denn ich stecke doch ein wenig mehr Zeit und Gedanken hinein.

    Ich hatte ja schonmal erwähnt, dass es bei mir umgekehrt war, ich habe erst nur Blogs gelesen und bin mit der Zeit zu Youtube gekommen. Ich schaue sehr sehr gerne Videos der youtuber, die ich abonniert habe. Aber es stimmt xKarenina fast nur noch hochpreisige Produkte, was wirklich ziemlich schade ist.

    Sorry für den langen Text. Und auch von mir vielen Dank fürs erwähnen ;)
    Superliebe Grüße, Caro

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    1. Ich denke auch, dass das Bloggen an sich ein Lernprozess ist und man, wenn man sich mit der Materie näher befasst (also Fototechnik, Schreiben, Ideen etc.), nur besser werden kann. Meiner Meinung nach sind deine Amus seit letzten Sommer immer besser geworden, farbenfroher, präziser und besser fotografiert. Da, wo du bist, möchte ich noch hin :)

      Ganz liebe Grüße

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    2. Danke für dein Kompliment :)
      Ich finde deine Bilder teilweise schon sehr gut, es fehlt vielleicht noch etwas übung und manchmal das richtige Licht ;)

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  3. Da hab ich es leichter, denn kochen ist eher noch anerkannt als schminken, und alle Menschen, denen ich vom Blog erzähle, finden ihn cool :) Aber ich kann mir vorstellen, wie es dir geht, gerade mit schminken sind halt doch noch gewisse Vorurteile verbunden.

    Liebe Grüße
    Nadja

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    1. Ja, Kochen wird allgemein als sinnvoller angesehen ;) Meine beste Freundin hat auch einen Koch-und Backblog und sie kann damit viel offener umgehen und bekommt dementsprechend auch mehr Unterstützung, in Form von Ideen, Equipment etc pp auch innerhalb ihrer Familie.
      Mein Freund hingegen würde mir wohl nie im Leben Schminke schenken. Er will den Wahnsinn nicht noch unterstützen ;)

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Caro

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  4. Unterschreib ich sofort!
    Ich blogge seit 2002 ca.
    Immer so im Stil von meinem jetzigen, privaten Blog.
    Gaaanz früher wussten das im Grunde alle.
    Meine Eltern haben mitgelesen, mein Bruder, Freunde, Bekannte usw.
    Damals war ich allerdings auch noch sehr jung und hab den Blog eher dazu genutzt z.B. mit meiner Mum zu kommunizieren, wenn es mal Probleme gab.
    Ich hatte früher wenig Talent darin, mit jemandem persönlich über meine Probleme zu sprechen und da hat mir das bloggen bei geholfen.

    Aber seit 4 Jahren oder so hab ich alles alte gelöscht und außer meinem Freund und zwei sehr guten Freundinnen von mir weiß niemand was ich mache.
    Und das soll auch so bleiben.
    Auch das mit dem neuen Blog soll keiner wissen.
    Es würde sicherlich alle interessieren aber das hier ist quasi ne andere Welt.

    Dass ich nicht darüber rede hat bei mir den einfachen Grund, dass sich die Leute ohnehin via Facebook wahlweise darüber auslassen, wie viel ich von mir erzähle oder was ich für ne "Schnäppchenjägerin" bin.

    Für mich ist das bloggen auf meinem privaten Blog ein Ventil.
    Zum Abschalten, zum runter kommen, zum klarer sehen, zum mitteilen, zum Zeitvertreib, zum Meinungsaustausch.
    Und mein anderer Blog macht einfach so Spaß weil es mir generell Freude bereitet, über irgendwas zu berichten und Leute an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

    Was diese "Beautyblog" Sache angeht:
    Das ist natürlich generell, genau wie meine Sache mit den Produkttests, eh ne schwierige Kiste.
    Dass wir das machen weil es uns Spaß macht und nicht weil andere damit erfolgreich sind, wird natürlich (rein auf andere Blogger bezogen) manchmal nicht so geglaubt.
    Deshalb hat man natürlich automatisch diesen "Du MUSST das definitiv anders machen als andere, damit es nicht so aussieht als wolltest du jemandem nacheifern oder generell das gleiche machen wie 10000 andere vor dir" Gedanken im Hinterkopf.
    Also mir geht das jedenfalls so.
    Allerdings muss man bei mir auch dazu sagen, dass meine Blogs momentan auch nicht so die riesen Publikumsmagneten sind.
    Deshalb ist das bei mir sicherlich noch mal ne Ecke anders, als bei den Bloggern die wirklich hunderte oder tausende Besucher pro Tag haben.

    Ich glaub jetzt hab ich den Faden verloren.
    Ja.

    Liebe Grüße ;)
    Sandra

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    1. Danke für deinen ausführlichen Kommentar! :) Mir geht es ganz genauso wie dir, vor allem was das "etwas anders machen", es gibt so Vieles, was in der (Beauty-)Bloggerwelt Standard ist, mir aber nicht so gefällt und gar nicht zu mir passt. Außerdem möchte ich gar keine Massen an Lesern, ich möchte keinen Druck verspüren, unbedingt etwas delivern zu müssen. Ist ja schließlich ein Hobby und soll der Entspannung dienen.

      Ganz liebe Grüße
      Caro

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  5. :-O
    Oh Gott!
    Voll der Roman geworden.
    Gar nicht bemerkt.

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    1. Null Problemo, ich freu mich über dein Feedback!

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  6. Ja, so sehe ich es auch. Ich erzähle (mittlerweile) von meinem Blog nur, wenn sich die Gelegenheit ergibt und das auch nur bei guten Freunden. Ich weiß, dass die ganze Schmink-Thematik sehr oberflächlich ist. Aber das finde ich gut und das soll auch so sein. Schließlich gibt es noch viele andere Dinge des Lebens, die eben nicht so schön und einfach sind.

    Bei xkarenina ging es mir auch so und die Job- und Geldsituation kommt mir auch sehr bekannt vor. :)

    Pressemitteilungen poste ich auch nicht, ich finde das schlicht langweilig und entfolge auch Blogs, deren Inhalt (fast) ausschließlich daraus besteht.

    Alles Liebe!

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  7. Super Post Caro, das bringt ein bisschen Einsicht. Denn in meiner Bloggerwelt des Kochen uns Backens wäre es eher komisch keinem davon zu erzählen. Wie schon in einem Kommentar erwähnt, ist das aber auch 'ne ganz andere Welt. Wobei ich jetzt Schmickblogs nicht als weniger wertvoll empfinde als Koch- oder Backblogs. Ok, man kann es nicht essen, aber Tips wie man was besser machen find ich super.
    Ich denke es ist auch eine persönlich Entscheidung wem du was erzählen willst. Ok, soll die Familie halt nicht unbedingt wisse. Wenn dich das so glücklich macht und du dich besser damit fühlst, dann ist das doch auch völlig ok. Ich find, du machst 'nen super Job mit dem Blog.

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