Freitag, 20. Januar 2012

Film-Freitag # 18 - Living in their own world?

Vier Referate, Hausarbeiten und eine Master-Arbeit trennen mich von meinem zweiten Uniabschluss... Dumm nur, dass die vier Referate innerhalb von neun (!) Tagen über die Bühne gebracht werden müssen. Ich will hier nicht groß rumjammern. Ich hab ehrlich gesagt, gar keine Zeit dafür ;) Thema meines ersten Referates ist Autismus. Deshalb hier meine Filmtipps bzw. Must-Sees zu diesem interessanten Feld:

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Rain Man (1988, trailer hier) war der erste Film, der Autismus dem öffentlichen Interesse näher brachte. Dustin Hoffman spielt Raymond, einen Mann, der es nicht erträgt, berührt zu werden, der gerne einen geregelten Tagesablauf hat und der wahrscheinlich der schnellste "Zähler" der Filmgeschichte ist. Die Rolle basiert auf Kim Peek, der nach neuesten Erkenntnissen wohl doch kein Autist war. Dennoch denken viele Menschen, dass alle Autisten so wie Raymond sind. Seltsam, aber auf irgendeine Art und Weise hochbegabt. 

Wie ihr euch denken könnt, ist das nicht wirklich der Fall: Wie Ian Hacking, ein Forscher in den Humanities, so schön sagt: "If you know one autist, you know one autist." Hollywood gefiel jedoch der Gedanke des seltsamen Idiot Savant und das Motiv wurde in verschiedenen Genres gerne recyclet:

 Mercury Rising (dt. Das Mercury Puzzle)
Bless the Child (dt. Die Prophezeiung)
Adam (dt. Adam - Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere)
Mozart & the Whale (dt. Mozart und der Wal)

Ich habe noch keinen Einzigen davon gesehen. Das will ich auf alle Fälle noch nachholen.

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Noch taufrisch hingegen ist  Snow Cake (2006), trailer hier. Als einer der wenigen Filme, die eine Frau mit Autismus porträtieren ist er natürlich etwas besonderes. 
Vivienne ist auf dem Weg nach Hause und hat sich, weil das spannender ist als Busfahren, einen einsam aussehenden Mann Alex (Alan Rickman) ausgesucht, den sie um eine Mitfahrgelegenheit bittet. Alex hat keinen Bock auf die Gesellschaft, kommt aber gegen den entwaffnenden Charme der jungen Frau nicht an. Gerade als das Eis gebrochen ist, passiert ein schrecklicher Autounfall und Vivienne stirbt. Voll Gram, voller Schuldgefühle fährt Alex zu Viviennes Mutter, Linda (Sigourney Weaver). Diese aber erscheint ihm sehr seltsam, bis eine Nachbarin ihn aufklärt: high-functioning autism! Ich nehme an, dass Linda an Asperger's Syndrome leidet, da sie weitestgehend unabhängig lebt und sehr wohl mit ihrer Außenwelt kommuniziert. 
Alex beschließt bei ihr zu bleiben, bis Vivienne beerdigt wird, und verarbeitet dadurch nicht nur das Trauma des Unfalls...   

Ich habe geweint, ich habe gelacht, ich habe mich in diesem sehr menschlichen Film manchmal wiedererkannt. Man muss sich auf die etwas spröde Inszenierung einlassen, dann wird man am Ende auf jeden Fall belohnt. Empfehlung! 

Das war's schon. Sorry. Nächste Woche werd' ich wohl gar keine Zeit haben. Aber irgendwann ist der Marathon ja auch wieder vorbei.

Bis dahin,

die Wombattante

Kommentare:

  1. Was ist eigentlich mit "Nell" mit Liam Neeson und Jodie Foster? Oder war das eher ein "allein aufwachsen" Film?

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  2. Nell ist, ehrlich gesagt, ein schwieriger Fall. Bei ihr scheinen die Kommunikationsprobleme aus der Isolation zu entstehen. Autistin soll sie wohl nicht sein ;)

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  3. Ich hab mich halt auch gewundert bei Nell. Schade eigentlich.
    Mein Mann hat dir aber ein Email geschrieben mit einer Webseite. Vielleicht kennst du die ja schon, aber vielleicht auch noch nicht. ;)

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