Freitag, 16. Dezember 2011

Film-Freitag # 16 The Beauty Within

Ich geb es offen zu: Ich bin ein kleiner romantischer Naivling, eine cinematographische Drama-Queen, eine Tränchen-die-Wange-runter-roll-Lasser. Für mich dürfen Filme ruhig traurig sein oder einen Missstand in der Gesellschaft so herzzereißend aufzeigen, dass man sich fragt, in was für einer Welt wir leben. Und gerne darf es dabei um die Rolle von Frauen früher und heute gehen. 


via thecia
 So ein Film ist mein Must-See dieser Woche: Albert Nobbs. Doch bevor ich hier wieder den link zu einem der trailer poste, möchte ich euch warnen. Ich nehme an, dass es besser ist, nichts über den Film zu wissen, bevor man ihn sieht. Denn der trailer spoilert schon gewaltig. Wer sich also Albert Nobbs nicht verderben lassen will, dem sei so viel gesagt: Es ist ein period drama, welches im Dublin der Jahrhundertwende (natürlich 19. Jahrhundert) spielt und in seinem Grundgedanken ein wenig Gosford Park ähnelt. Jedoch handelt es sich nicht um einen Krimi oder ähnliches, sondern eher um die Rolle der Frau und des Frauseins zu dieser Zeit. 

Für alle anderen gibt es hier den trailer. Danach war ich, mir fehlt hier tatsächlich das deutsche Wort, intrigued. Eine Frau, die sich in der harten Männerwelt des 19. Jahrhunderts selbst versorgen muss und sich daher als Mann ausgibt. Selten war das ehrlich gesagt nicht. Im Amerika des Civil Wars kam es auf beiden Seiten, Union und Confederate States, oft vor, dass Frauen sich als Männer ausgaben, um an der Seite ihrer Männer, Brüder und Väter zu kämpfen. Ich habe vor allem von einer berühmten Ärztin names Mary Walker gelesen, die Jahre lang dafür kämpfen musste, als Ärztin an der Front anerkannt zu werden. Erst 1864 durfte sie, mit Hilfe der Bittstellung vieler Soldaten, welche sie trotzdem behandelt hatte, offiziell praktizieren. Jedoch war diese Erlaubnis hinfällig als der Krieg vorbei war. Frauen in Männerkleidern, das war skandalös! Wollten Frauen tatsächlich den Männern Konkurrenz machen und am Ende noch die gleichen Rechte haben?! Generell ging es, meiner Meinung nach, um finanzielle Unabhängigkeit und Erfüllung jenseits des Herds und der Kinderstube... but I digress. 

Ich frage mich also, was die Frau hinter Albert Nobb's (Glenn Close!) trockener, bröckelnder Fassade dazu gebracht hat, sich so selbst zu verleugnen. Und ich bin absolut gespannt auf Janet McTeer, welche Hubert Paige spielt. Schon ihre wenigen Worte im trailer sind wunderschön und pointiert. Mia Wasikowska, diese unglaublich zarte, schöne Frau, rundet einen tollen Cast für mich ab. Ich bin gespannt und werde auf alle Fälle versuchen, diesen Film in einem altmodischen Kino zu sehen... wann jedoch ist noch nicht raus, ich hoffe er kommt im März hier in Deutschland.

via neuewerbung


Geflopt ist für mich Parfüm-Werbung. Aber nicht irgendeine, sondern die mit Scarlett Johansson für Dolce & Gabbana The One (das ist die lange Version).  Ich finde die Frau nicht schön. Sie ist keinesfalls hässlich, aber ich mag ihre Unoriginalität nicht. Die Welt braucht keine zweite Marilyn Monroe. Und nun kommt sie daher mit einem Werbespot, den ich einfach nur prätentiös finde. Echt, ich könnte echt speien, wenn ich sie noch einmal von ihren Lippen erzählen höre. Gott, ja, wir wissen es, du bist SEXY. Weniger wäre mehr, aber du hast den Weg des ausgelutschen Lollys aus dem Jahre 1996 genommen und wirst dadurch unglaubwürdig. Da hab ich lieber eine natürlich lächelnde Penelope Cruz oder Emma Watson.
via mediaimdb
Noch taufrisch ist mal wieder etwas, was ich für die Uni gucken musste... Ugly Betty!
Und es war zwar zum Teil extrem überzeichnet und too much, konnte aber dennoch unterhalten. Ich glaube, die Geschichte dahinter muss nicht wirklich erklären, Verliebt in Berlin und andere Telenovelas lassen grüßen. Warum wir uns gerade sowas angucken? Betty entspricht nicht nur nicht dem gängigen Schönheitsideal, sie ist auch Latina und damit Angehörige einer stark anwachsenden Minderheit in den USA. Als solche ist sie ein Exot unter lauter "Weißen". Deshalb ist es interessant, wie die Medien diese Andersartigkeit nutzen, um Gesellschaftkritik zu üben. Außerdem ist auch die scharfe Abgrenzung zwischen Business/Modewelt und Bettys Zuhause spannend. Wir sehen also zwei Gesellschaften, die nebeneinander her existieren und meist nicht viel gemeinsam haben. Betty ist demnach ein Vermittler zwischen den Welten... Und ich bin schon wieder im Analyse-Modus ;) Sorry! Jedenfalls kann ich euch Ugly Betty zur Entspannung auf jeden Fall empfehlen. Fremdschämen inbegriffen ;)

Liebe Grüße

Wombattante



1 Kommentar:

  1. Ach, die Caro spricht mir mal wieder aus der Seele. Alber Nobbs muß ich auch gucken, vermutlich alleine, mal wieder.

    Ugly Betty hab ich mal so nebenbei kurz gesehen, aber nie richtig. Fand ich aber schon interessant.

    Da gab es mal auch einen Film, der so ähnlich ist. (Nicht My big fat gree wedding, obwohl der auch witzig ist.) Die Mutter des Hauptcharakter wolle ihr Kind schlank und schön wie die "Weißen" haben. Aber das Mädel hatte nun mal net die Gene.
    Szene im Gedächtnis: Alle sind in der Näherei und dann wird sich ausgezogen. Mutter pikiert, die anderen Frauen geben aber dem "Kind" recht. Steh zu dem was du hast und bist.

    Anyway, Analysemodus anlassen. Den mag ich!

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