Dienstag, 8. November 2011

Hidden Gem: Inside I'm Dancing

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Würde mich jemand spontan nach meinem Lieblingsfilm fragen und nur eine Antwort gelten lassen, würde ich entweder eine ellenlange Filmkette bauen, die ich, ohne wirklich zu atmen, rausschmettern würde, oder ich würde sagen:

Inside I'm Dancing (amerik. Titel: Rory O'Shea Was Here). Punkt.

Warum?
Ich genieße allgemein Filme, die mich zum Lachen und zum Weinen bringen, die vom Hollywood-Schema abweichen... ohne zu sehr den Indie-Faktor zu belasten. Ich LIEBE Filme, welche mir dazu noch einen neuen Blickwinkel aufzeigen und mich zum Nachdenken anregen. Inside I'm Dancing ist genau so ein Film. 

Es geht darin, um ein ungleiches Paar Freunde: Rory (James McAvoy) ist ein Draufgänger, großmäulig, witzig und immer rebellierend. Michael (Steven Robertson) scheint verschlossener, ist aber scharfsinnig, warmherzig und loyal. Zusammen machen sie Dublin unsicher. Klingt nach einem stinknormalen buddy movie?! 

Das täuscht, denn: Rory und Michael sitzen beide im Rollstuhl und leben in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen. Und dort wollen sie raus! Leben, feiern, lieben, lachen - ohne die ollen Betreuerinnen, ohne das Unterhaltungsprogramm des Heimes Carrigmore, welches aus Kindersendungen und abgehalfterten Schlagerstars besteht und die grauen Zellen einschläfert. FREEDOM! 

Die Darsteller sind der Wahnsinn. Sowohl McAvoy als auch Robertson haben mich mit diesem Film vom Hocker gerissen, sooo viel Talent, so viel Einfühlungsvermögen. Vor allem Steven Robertson ist eine Wucht, seinetwegen würde ich jedem, der Interesse an diesem Film hat, die Originaltonspur ans Herz legen: Ich kann mir für ihn keine Synchronstimme vorstellen, vor allem nicht in dieser Rolle. Aber mal ehrlich, in diesem Film überzeugt jeder einzelne Schauspieler, von den Menschen, die nicht wissen, wie sie mit Menschen im Rollstuhl umgehen sollen, bis hin zu Rorys Paps.

Seufz. Dieser Film ist mein Motivationsschub. Ich schöpfe Kraft aus der Geschichte dieser zwei Helden, denen auf den ersten Blick so wenig zugetraut wird... wenn ich daran denke, wie sie ihren Alltag meistern und eben nicht aufgeben, kann ich nicht mehr im Selbstmitleid schwelgen. Mir bleibt nur noch eins zu sagen: ANGUCKEN! Es lohnt sich. 

 Die in Erinnerungen schwelgende Wombattante

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