Freitag, 25. November 2011

Film-Freitag # 13 - Breaking is freeing

Freiheit. Was für ein tolles Wort. Auch wenn der letzte Post euch vermuten lassen könnte, dass ich im Novembergrau versinke und Trübsal blase, ist das Gegenteil der Fall: Im Moment verarbeite ich vieles, arbeite an mir, finde mich selbst. Noch vor ein paar Jahren war das Leben für mich eine Sackgasse, downward-spiral ohne eine Möglichkeit auszusteigen. Sorgen, mein schlechtes Gewissen, jeder negative Mist in meinem Leben hat meinen Blick für's Wesentliche getrübt. Dank der Hilfe einiger wunderbarer Menschen hab ich den Kopf jetzt frei.

via thenewcurrent
So wie Alike (Adepero Oduye) in meinem Must-See der Woche: Pariah (trailer hier). Meine Gänsehaut will nicht weichen, auch wenn ich den trailer mittlerweile zum dritten Mal sehe. Kraftvolle und doch einfache Worte aus dem Off, warme Farben, herrliche Bilder, eine junge Frau auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Klingt nach einer Alltagsgeschichte, ist es auch. Alike "verkleidet" sich jeden Tag, wenn sie nach Hause kommt, Basecap runter, Ohrringe rein... den Schein wahren für die Menschen, denen man nicht offen erzählen kann, was in einem vorgeht. Dass man Frauen liebt. Dass man nicht zur Prom gehen will, da homosexuelle Pärchen, vor allem in diesem Alter immernoch schräg angesehen werden und da man eigentlich gar keine Mädchenkleider mehr anziehen möchte. Dass man gar nicht mehr weiß, wer oder was man ist und ob man in diese Gesellschaft passt, welche doch so eindeutig auf Heterosexualität als Normalität eingestellt ist. 

Der Titel deutet schon auf schwieriges Thema hin: Pariah, das ist ein Angehöriger der niedrigsten Kaste in Indien und ein Außenseiter im Rest der Welt. Zu dieser Welt gehört die Familie, die eventuell nicht verstehen kann, was sie nicht sehen und verstehen will. Dazu gehören auch mobbende Mitschüler und fehlende Identifikationsfiguren in den Medien. Und trotz all diesem Druck und der Angst, nie irgendwo dazu zugehören, oder gerade deswegen schreibt Alike wunderschön. "My spirit takes journey, my spirit takes flight - and I'm not running. I am choosing.[...] I'm not broken, I'm free."

Pariah basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahre 2007. Auch in diesem hatte Adepero Oduye Alike verkörpert und auch diesen möchte ich gerne sehen. Doch leider gibt es nicht mal für den langen Film ein Deutschland Release date, schade schade schade. Da bleibt mir nichts anderes übrig, als den trailer noch ein paar mal anzusehen...

Monique Wragg via castingshow-infos.de

Geflopt ist für mich x factor, und irgendwie auch The voice of Germany, falls stimmt, was ich diese Woche gelesen habe. Anfang September diesen Jahres habe ich Monique Wragg bei x factor gesehen: Hammerstimme, toller Stil, einfach wow. Doch nach einem großartigen Casting verschwand sie von der Bildfläche. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wo denn meine Favoritin hin ist... um jetzt zu erfahren, dass sie anscheinend von der nächsten Castingshow, "The voice of Germany", abgeworben wurde. Say WHAT? 

Ich bin mir ja bewusst, dass alles geskriptet wird, was wir so zu sehen bekommen, und dass ich keinem Medium trauen sollte, aber was soll denn das? Da war mal echt ein Talent und sie wurde in der einen Show unter den Tisch fallen gelassen. Warum? Weil sie von dem anderen Sender mehr Geld geboten bekommen hat? Oder ist sie so ein Casting-interessanter-mach-Kandidat, der überall mal auftaucht, je nachdem, wo sie gebraucht wird? Kann es vielleicht sogar sein, dass sie für die eine Show "zu" gut war? Dann frag ich mich aber, was der Mist soll. Gebt der Frau 'nen Plattenvertrag, macht fein Werbung für sie und wir werden sehn, was passiert. Ich würde ihre Platte kaufen.'nuff said.

Noch taufrisch ist Supermarket Sam... tehe. 


Den kompletten Kurzfilm findet ihr  auf youtube, aber seid gewarnt! 
Fremdschäm-Alarm. Ich hab echt mehrere Anläufe für dieses Kleinod mit Tom Burke gebraucht, weil ich zum Teil einfach nicht hingucken konnte, aber es hat sich gelohnt. 

Worum geht's? Sam (Tom Burke) ist das Gegenteil von sexy: In seinen Feinripp-Unterhosen mit dezentem Grauschleier und einem abgeranzten Bademantel sitzt er die meiste Zeit zuhaus, raucht, sieht fern, isst Fast Food. Glücklich ist er damit nicht, aber noch ist es die Bequemlichkeit, die ihn daran hindert, dies zu ändern. Ein Anruf von einem "Freund" rüttelt ihn wach. Die letzte Frau mit der er gesprochen hat, war eine Barfrau. Und das ist auch schon mehr als zwei Wochen her. Doch Rettung naht in Form eines Fernsehbeitrags über Paare, die sich im Supermarkt kennengelernt haben... sogar Tipps haben die Fernsehfritzen parat, so von wegen "Der Inhalt des Einkaufskorbes sagt viel über den Beziehungsstatus des Menschen aus". Sam denkt sich "Das kann ich auch." Und schwupps, schlurft er zum Supermarkt auf der anderen Straßenseite. Mehr will ich aber nicht verraten. Wenn ihr Lust habt, seht euch diese witzige, bitter-süße Geschichte aus London an! Ich kann es euch nur empfehlen.

Lustige Anekdote: Ich hab mir seit Third Star den Kopf zerbrochen, woher ich Tom Burke kenne... tja, seems like Tom and I have a bit of a history ;) Als Au pair hab ich mir eine Globe Version von "Romeo und Julia" im Hampton Court Palace angesehen. Und dreimal dürft ihr raten, wer den Romeo gespielt hat... :D

Liebe Grüße

die Wombattante

BTW: Es gibt noch einen anderen Film namens Pariah von 1998; in diesem geht's aber um "Skinheads vs. Hooligans" wie der deutsche Titel verrät. Nur um Verwechslungen auszuschließen, der gehört garantiert nicht zu meinen Must-sees.

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