Freitag, 11. November 2011

Film-Freitag # 11 - Comfort films und Tatort

Jaja, der elfte Film-Freitag am 11.11. 2011! Und ich sitz mit dicker Backe, nem Cocktailkühler in Palmenform, welcher mir eben diese kühlt und ziemlich unangenehmen Schmerzen hier... Als comfort film läuft Tim Burton's Corpse Bride; comfort food ist ja leider nicht (boah, mein Magen knurrt), daher muss man sich irgendwie anders behelfen. Und was gibt's besseres als Johnny Depps Stimme und Burtons skurril-zauberhafte Stop-Motion, wenn's einem nicht so geht?! Eben. 

Für IMDB hab ich heut irgendwie keinen Nerv. Und über was anderes als meinen Mund möchte ich mich auch nicht ärgern. Also keine Must-Sees heute, keinen einzigen Flop.

Nur die drei Filme, welche noch mehr oder weniger taufrisch sind. 


via focus
Letzten Sonntag gab es im Hause Wombat ein Alte-WG-Revival. Mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin hab ich nämlich, so oft wie es möglich war, sonntags Tatort geguckt. Hach, war das immer schön! Davor wurde nämlilch lecker gekocht und dann fed and happy vorm Fernseher gelümmelt. Diese Woche war das ähnlich: Jede Menge tolles Essen, liebe Leute und eine schmusige Katze und einer der besten Tatorte, den ich bis jetzt sehen durfte: "Borrowski und der coole Hund". Die Idee stammte von einem Autor, den ich vor Jahren verschlungen habe (warum hat das eigentlich ein Ende genommen? Liegt wohl am Studium...) - Henning Mankell. Die düstere Stimmung, welche in seinen Büchern vorherrscht, durchzog auch diesen Tatort. Es war spannend, gruselig - ohne zu blutig zu sein, und einfach mal was anderes.

Ein tollwütiger Hund infiziert ein Mädchen in Schweden. Zur selben Zeit stirbt ein Bader in Kiel nach einem heißen Stelldichein am Steg - aufgespießt von Bambuspfählen im Wasser. Wer sich jetzt an die "Fünfte Frau" erinnert fühlt, liegt vollkommen richtig. Da hat der Henning ein wenig recyclet. Es sei ihm aber vergeben. Denn so entspinnt sich ein Fall und eine Kooperation zwischen einem richtig coolen, film noir-ähnlichen schwedischen Kommissar und seinem deutschen, bärbeißigem Pendant (Borrowski). Erschreckend und fast mehr gruselig als die Geschichte war der Fakt, dass Borrowski böse Zahnschmerzen hat... genau wie ich. Und diese Zahnschmerzen wurden sehr treffend und subtil verfilmt, mit einem hohen Fiepen. Da hab ich aber mitgelitten... Vom Fall selber will ich aber nichts weiter verraten, schließlich lebt der Tatort auch von der Auflösung. Sollte der irgendwann mal wieder gesendet oder online gestellt werden, GUCKEN!

via moviepostershop

Freaks, ein wahnsinnig interessanter und kontroverser Film aus dem Jahre 1932, war mein Studienfilm der Woche. Gleichzeitig voyeuristisch und aufklärend wird erzählt wie die Menschen in damals schon veralteten Sideshows leben; die "Freaks", die am Rande der Gesellschaft vor sich hin vegetieren. Das Besondere: Die Darsteller waren tatsächlich Menschen mit Behinderung und, zumindest teilweise, werden sie mit einem liebevollen Auge gezeigt. Auch wenn ich die Verniedlichung problematisch finde, ist sie doch besser als die Zurschaustellung dieser Menschen als Monster. Die Story ist echt Nebensache, deshalb sag ich dazu weniger. Trotzdem hat mich der Film nicht losgelassen, die Charaktere waren großartig und ich bin immer mehr davon überzeugt, dass die Marginalisierung von Menschen, die auf irgendeine Art körperlich oder geistig beeinträchtigt werden, MEIN Thema für die Master-Arbeit ist. 
 
via mediafirearchive

Kommen wir nun zum guilty pleasure dieser Woche: Easy A (dt. Einfach zu haben). Ich liiiiiebe Emma Stone. Punkt. Die Frau ist einfach mal cool, auch wenn der Film sie weit unter Wert verkauft. Eigentlich dachte ich ja anhand des trailers (siehe hier), dass Easy A  eine clevere Variante des Nathaniel Hawthorne-Klassikers The Scarlet Letters ist. Das will der Film sein... scheitert aber so ein bisschen. Es gibt zwar eine sympathische Hauptfigur (Stone), krasse Antagonisten, wunderbare Eltern (vor allem der Papa, Stanley Tucci, ist der Hammer!) und einen schnuckeligen Love Interest (Penn Badgley), jedoch bleibt alles recht oberflächlich. Klar kann man von einer High School Komödie nicht allzu viel erwarten und im Vergleich zu anderen Machwerken ist alles noch erträglich (dank Emma!), aber so richtig zünden will das alles nicht. 

Dazu ist Olives Verwandlung vom anonymen "Mauerblümchen" (die Frau... nimmt man ihr nicht so richtig ab) zum Vamp etwas zu unglaubwürdig. Genauso wie ihre spätere Läuterung. Trotzdem ist es ein ganz netter Film für Abende, an denen sich einfach nur entspannen will. 

Das wars von mir. 

Weisheitszahnlose Grüße

von der Wombattante

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