Samstag, 22. Oktober 2011

Verspäteter Film-Freitag # 8: Die Valjean-Monologe

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Marathonwoche adieu! ;) Seit langem mal wieder habe ich einen Vierteiler von vorne bis hinten geschaut und kam mir auf der Zielgeraden vor, wie ein Läufer, der schon halluziniert, aber dazu später mehr. Auch mein Schmerzmittelkonsum nahm vergangene Woche enorme Ausmaße an, so dass ich mich abends kaum mehr auf was anderes als meine schwerer und schwerer werdenden Lider konzentrieren konnte. Und dann war dann noch die erste richtige Uniwoche, vollgepackt mit Texten von Adorno und anderen wichtigen Persönlichkeiten der KuWi, der LiWi und der Amerikanistik.






Mein Must-See der Woche, so viel steht schon mal fest, ist NICHT Breaking Dawn. Früher mochte ich Stephenie Meyer's Bücher sehr gern zum abschalten, heute nervt mich der Hype gewaltig und der zweite Film war so unterirdisch, dass ich auf einen erneuten Kinogang verzichten kann.

via moviepilot

Es gibt diese Woche wahnsinnig viele Filme, die ich euch gerne kurz vorstellen würde. Da wäre zum einen der Film Janie Jones (trailer findest du hier). Zunächst dachte ich "Same old same old", weil es ja schon sooo viele Filme zum Thema Vater-Tochter (oder Sohn)-Reunion gibt, aber auch hier haben mich wieder die zwei Hauptdarsteller überzeugt: Zum einen Abigail Breslin, von der ich einfach mehr sehen möchte und die schon im trailer ihr Gesangstalent unter Beweis stellt, und zum anderen Alessandro Nivola, den ich (mal wieder) aus einer Jane Austen-Verfilmung kenne... es mag euch mittlerweile so vorkommen, als wäre ich ein ganz krasser Jane Austen-Fanatiker (stimmt sogar fast), der sich an jede noch so kleine Nebenrolle in den Filmen erinnert. Na so ganz schlimm ist es nu wieder auch nicht. Fakt ist, dass Alesssandro Nivola damals in der 1999er Verfilmung von Mansfield Park (trailer hier) den Henry Crawford mimte. Im Buch ein Ekel, ist er mir in diesem Film mal so richtig ans Herz gewachsen und ich konnte am Ende nicht verstehen, warum er so leiden musste. Nivola hat Henry Crawford irgendwie etwas verliehen, was mich begeistert hat. Leidenschaft. Feuer. The usual romantic stuff. Ich mochte ihn einfach, auch wenn er viele Fehler hatte. 

In Janie Jones spielt er einen ähnlich "runden" Charakter, so scheint es zumindest der trailer anzudeuten. Ich freu mich jedenfalls schon drauf. Auch wenn's um Folk oder Country Musik geht ;) Wie gewohnt, gibt es für diesen Film leider noch kein Deutschland release date, ich hoffe mal, dass sich das bald ändert.

via filmempfehlung

Andere Filme, die interessant klingen, sind beispielsweise The Rum Diary (hier zu sehn), eine Hunter Thompson-Verfilmung mit Johnny Depp, der mal wieder so richtig viel Unsinn machen darf und The Descendants (guckst du hier), wieder eine Familienkiste, aber mit einem herrlichen George Clooney für den ich seit Up in the Air eh nen soft spot entwickelt habe. The Rum Diary hat noch kein release date für Deutschland, dafür aber The Descendants: Ab 26. Januar 2012 kann man mitweinen und mitlachen.



Geflopt ist kein Film diese Woche, sondern mein DVD-Verleih. Ich habe bei diesem Les Miserables mit Hans Matheson bestellt... und bekam die französische, ellenlange Fassung dafür, natürlich ohne Matheson. Mööp.

Noch taufrisch sind demnach vier Teile Leid, Elend und bösartige Leute in Les Misérables - Gefangene des Schicksals. Oh boy. Eine seltsame Faszination geht von diesem Machwerk aus. Depardieu, der Flugzeugpinkler, spielte im Jahre 2000 noch einigermaßen frisch den Jean Valjean. Eine sehr niedliche, aber auch sehr langweilige Virginie Ledoyen (The Beach!) gibt eine ganz passable Cosette ab. Nur der Marius ist einfach nur unattraktiv und irgendwie bäh. Naja. Mein kleines Highlight war ein Auftritt von Otto Sander, dem Papi von Ben Becker. Der Mann hat eine wahnsinnig schöne Stimme, der könnte sogar ein Telefonbuch schön vorlesen. Ach, und einen hätte ich fast vergessen... das grenzt schon fast an Blasphemie, wenn ich das tue, denn kein geringerer als John Malkovich hat den Inspektor Javert gemimt. Klar war er gut, aber manchmal hatte ich den Eindruck, ihm wäre Botox in seine sauertöpfische Miene injiziert worde, so starr wirkte er.

Wir, also der Herr Wombat und ich, haben uns sechs Stunden lang von diesem Cast und viiielen Monologen "unterhalten" lassen. Der schlimmste wartete aber ganz am Ende auf uns. Ich sage nur: "ich sterbe gleich... aber noch sehe ich nicht das Licht... bevor ich jedoch sterbe, möchte ich noch alle meine 300 Verwandten und Freunde grüßen.... ach die Schmerzen... aber jetzt ist ja alles gut... gleich gehe ich... jeden Moment sollte es soweit sein... denkt an mich... wenn ich gleich von euch gehe...". Das war einfach nur lächerlich. 

Mal sehen, was die nächste Woche so bringt :)

Liebe Grüße

das australische Beuteltier, das nicht hüpft.

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